Der Zweijahreszeitraum 2025-2026 markiert einen Moment tiefgreifender Transformation für das Ökosystem der Startups und innovativen KMU in Italien – zwischen neuen Möglichkeiten und normativer Unsicherheit.
Der Scaleup Act: Neue Anforderungen ab 2025
Der Scaleup Act, seit Januar 2025 in Kraft, hat das Decreto Crescita 2.0 von 2012 abgelöst und strengere Kriterien für die Erlangung und Aufrechterhaltung des Status als innovatives Startup eingeführt. Ziel ist die Stärkung von Qualität, Skalierbarkeit und Wirkung unternehmerischer Innovation.
Verstärkte steuerliche Vergünstigungen (Legge 162/2024)
Die Legge 162/2024 hat die Vergünstigungen für Investoren verstärkt: Der IRPEF-Steuerabzug von 50 % im De-minimis-Rahmen kann nun in eine zeitlich unbegrenzt nutzbare Steuergutschrift umgewandelt werden. Darüber hinaus sind Veräußerungsgewinne aus Beteiligungen an innovativen Startups, die mindestens drei Jahre gehalten werden, steuerfrei.
Das Problem: Aussetzung der Anreize ab 2026
Seit dem 1. Januar 2026 ist der Steuerabzug und die Absetzbarkeit von 30 % für Investitionen in innovative Startups ausgelaufen und noch nicht erneuert. Die normative Lücke hat unmittelbare Auswirkungen: Einfrieren der Transaktionen in der Pipeline und mögliche Verlagerung der Aufmerksamkeit der Investoren auf Rechtsräume mit stabileren Regeln.
Der europäische Vorschlag: Eu Inc
Auf europäischer Ebene hat die Kommission die Eu Inc vorgeschlagen, eine fakultative und harmonisierte Gesellschaftsform im Rahmen des „28. Regimes", die es ermöglichen würde, mit einer einzigen Gesellschaftsstruktur in mehreren Mitgliedstaaten tätig zu sein. Laut Confindustria stellt sie eine „konkrete Chance für alle, die innovieren wollen" dar.
Quellen: Il Sole 24 Ore - Econopoly, ANSA