Das Haushaltsgesetz 2026 (Legge di Bilancio 2026) führt ein Maßnahmenpaket ein, das das Verhältnis zwischen Steuern und Lohnabrechnung neu gestaltet und sich direkt auf rund 13 Millionen abhängig Beschäftigte auswirkt.
Vorgezogene Naspi: Abschied von der Einmalzahlung
Die bedeutendste Neuerung betrifft die vorgezogene Naspi: Ab 2026 erhalten Personen, die ihren Arbeitsplatz verlieren und eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen, nicht mehr den gesamten Betrag in einer einzigen Zahlung. Die erste Rate in Höhe von 70 % wird sofort ausgezahlt, während die restlichen 30 % nach Bestätigung der tatsächlichen Aufnahme der Tätigkeit überwiesen werden.
IRPEF-Senkung: Wer profitiert
Die Senkung des IRPEF-Steuersatzes von 35 % auf 33 % für Einkommen zwischen 28.000 und 60.000 Euro bildet das Herzstück der Maßnahme. Die jährliche Ersparnis kann für die höchsten Einkommen dieser Stufe bis zu 660 Euro betragen.
Spezifische Branchen
Die Maßnahme greift auch in spezifische Branchen ein:
- Tourismus: Bonus für Nachtarbeit und Feiertagsüberstunden
- Landwirtschaft: Stabilisierung der Gelegenheitsarbeit
- Unterhaltung: Verbesserung der Diskontinuitätsentschädigung
- Öffentlicher Dienst: Steuerbefreiung für zusätzliches Gehalt bis zu 800 Euro
Die Arbeitnehmerbeteiligung wird Gesetz
Im Mai 2025 hat der Senato das Gesetz über die Arbeitnehmerbeteiligung endgültig verabschiedet und damit Artikel 46 der Verfassung nach 77 Jahren umgesetzt. Die Obergrenze der Ersatzsteuer auf Produktivitätsprämien steigt von 3.000 auf 5.000 Euro, wenn mindestens 10 % der Gewinne an die Mitarbeiter ausgeschüttet werden.
Quellen: La Legge per Tutti, Il Sole 24 Ore