Am 11. März 2026 hat der Senato das DDL Affidi endgültig verabschiedet, den Gesetzesentwurf zum Schutz von Minderjährigen in Pflege. Es handelt sich um eine Reform auf Regierungsinitiative, gefördert vom Justizminister Carlo Nordio und der Familienministerin Eugenia Roccella.
Das nationale Register der Pflegefamilien
Die bedeutendste Neuerung ist die Einrichtung eines nationalen Registers der Pflegefamilien, der Einrichtungen und der öffentlichen Betreuungseinrichtungen, das dem Dipartimento delle Politiche della Famiglia unterstehen wird. Ziel ist es, mehr Transparenz und Kontrolle bei Pflegschaftsverfahren zu gewährleisten.
Das Prinzip des Kindeswohls
Das Gesetz basiert auf dem Grundsatz des Kindeswohls und will das Recht der Kinder sicherstellen, in ihrer eigenen Familie aufzuwachsen. Die Entfernung aus dem Familienverband soll erst als letztes Mittel erfolgen, nachdem alle Möglichkeiten der Unterstützung der Herkunftsfamilie ausgeschöpft wurden.
Die Debatte über die paritätische Doppelelternschaft
Parallel dazu wird der DDL 832 über die paritätische Doppelelternschaft diskutiert, vorgeschlagen von 14 Senatoren der Mehrheit. Der Entwurf sieht vor, dass der Richter die Obhut beiden Elternteilen mit paritätischer Unterbringung in beiden Haushalten zuweist. Der Gesetzesentwurf ist Gegenstand einer heftigen Debatte zwischen denjenigen, die ihn als Fortschritt der elterlichen Rechte betrachten, und denjenigen, die befürchten, dass er den Schutz von Minderjährigen in familiären Konfliktsituationen verringern könnte.
Aktuelle Rechtsprechung: Die Stimme des Kindes zählt
Das Tribunale di Asti hat mit dem Urteil Nr. 203 vom 8. April 2025 die zentrale Bedeutung des Willens des Minderjährigen in Pflegschaftsverfahren bekräftigt und festgestellt, dass bei einer ausschließlichen Obhut der Wille des Kindes nicht vom Richter übergangen werden kann.
Quellen: ANSA, Il Sole 24 Ore - Alley Oop